DIE KIRSCHENDIEBIN
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14. November 2017

Wie geht es weiter?

Fast 600 Unterschriften für den Erhalt der direkten Busverbindung zum Potsdamer Hauptbahnhof

In Groß Glienicke ist es nach der Unterschriftensammlung deutlich: Viele Menschen verstehen nicht, dass der Bus nach Potsdam zum Fahrplanwechsel mit Ausnahme des Schülerverkehrs am Campus Jungfernsee enden soll.
Zwar gab es bereits einen klaren Beschluss des Ortsbeirates, der die Stadt aufforderte, die Busverbindung beizubehalten, was jedoch nicht zum gewünschten Erfolge geführt hatte. Die Ortsvorsteher sahen nach der Anhörung im Sommer, die ohne weitere Bürgerproteste verlaufen war, nun keine Chance mehr, die Pläne noch zu ändern, wir seien zumindest für den Winterfahrplan zu spät mit unserem Anliegen.

Nach dieser Einschätzung stellten wir die Unterschriftensammlung ein. Aber die Sache hatte sich verselbstständigt. Viele sammelten weiter, immer wieder lagen Unterschriftenlisten in unserem Briefkasten, am Ende haben 583 Menschen unterschrieben.
Viele hatten es  gar nicht mitbekommen, dass die Busse nun doch nicht, wie zunächst verkündet, durchgehend weiterfahren sollten.
Der Ortsbeirat setzte das Thema daraufhin ein weiteres Mal auf die Tagesordnung und entschied sich mit einer Enthaltung, noch einmal für die Beibehaltung der direkten Busverbindung zu votieren.
Würde dieser erneute Beschluss etwas bewirken können?
Die Reaktionen der im Vorfeld der Wahl angeschriebenen Vertreter der Parteien auf unsere Mails waren wenig ermutigend.
In dieser Situation gab uns Andreas Menzel als Mitglied des Ortsbeirates  einen interessanten Hinweis: Am 11.10.17 stand im Hauptausschuss der Stadt Potsdam die Verkehrsanbindung der nördlichen Ortsteile auf der Tagesordnung. Zu diesem Punkt baten wir um Rederecht und machten vor den Ausschussmitgliedern unsere Argumentation deutlich: Steigerung der Attraktivität des ÖPNV statt Verschlechterung durch Abbau einer bestehenden Verbindung, Verweis auf die Situation von Menschen, für die das geplante Umsteigen in die Tram ein Problem darstellt wie ältere Menschen, Menschen mit Handicaps oder Eltern mit Kinderwagen und nicht zuletzt die Frage an den Oberbürgermeister Jann Jakobs:
„Wie werden Sie mit dem Anliegen von fast 600 Bürgerinnen und Bürgern umgehen?“
Bei dieser Gelegenheit wurden die Unterschriften übergeben.
Unser Anliegen wurde daraufhin mit abgestimmt, bei zwei Enthaltungen wurde dafür gestimmt, den Oberbürgermeister zu beauftragen, auf die Beibehaltung der direkten Busverbindung 638 zum Hauptbahnhof Potsdam „hinzuwirken“ und die Kosten dafür zu ermitteln- leider eine Formulierung, die viel Spielraum lässt.
Es bleibt abzuwarten, zu welchem Ergebnis das führt. Unserer Meinung nach führt die Beibehaltung der direkten Verbindung zu keiner Kostensteigerung, denn der Bus fährt ja jetzt auch, wir fordern ja nichts Zusätzliches.
In der letzten Ausschusssitzung im November sollen diese Zahlen dann vorliegen. Hoffen wir, dass die Ausschussmitglieder unsere Meinung nachvollziehen können.
Inzwischen erwecken Medienberichte den Eindruck, der Protest sei praktisch überflüssig, da es ja weiterhin einige durchgehende Fahrten in den Stoßzeiten gebe. Es bleibt jedoch bei der geplanten Verschlechterung zu den übrigen Zeiten, was wir nicht hinnehmen möchten.
Auf jeden Fall hat sich durch unsere Unterschriftensammlung doch noch einiges bewegt und wir möchten noch einmal allen danken, die sich so dafür engagiert haben, vor allem Herrn Menzel, der unermüdlich und mit viel Zeitaufwand an unserer Seite war.
Norbert Schatz

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