Alexander-Haus
29. Oktober 2019
Ufer-Kultur-Weg am Groß Glienicker See
31. Oktober 2019

Mauergedenkstätte

Als die Siegermächte des Zweiten Weltkriegs Berlin in vier Sektoren aufteilten, bekam die britische Besatzungsmacht das Ostufer des Groß Glienicker Sees zugesprochen, das nunmehr zu Berlin (West) gehörte. Dadurch sicherten sich die Briten den Zugang zu ihrem Flugplatz Gatow. 1952 schloss die DDR die Grenzen zwischen West-Berlin und dem brandenburgischen Umland, und die Grenze verlief nun durch den ehemaligen Gutspark. Nach dem 13. August 1961 versperrte eine (noch heute sichtbare) provisorische Mauer aus Hohlblocksteinen den Durchgang durch das Gut. Davor wurde in den 60er Jahren ein Streckmetallzaun errichtet. 1969/70 folgte der Bau der ersten, 1977 der zweiten Mauer mit Patrouillenweg und Todesstreifen.

Die meisten Gebäude des alten Gutsparks wurden abgerissen, das Grenzgebiet ab Potsdamer Tor konnte nur noch mit Passierschein betreten werden. Nach dem Mauerfall 1989 folgte der rasche Abriss der Grenzanlagen. Ein Mauersegment und den älteren Streckmetallzaun aber ließ man als historische Erinnerung stehen. 2014, zum 25-jährigen Jubiläum des Mauerfalls, wurde die denkmalgeschützte Anlage durch die Stadt Potsdam und den Berliner Bezirk Spandau als Mauergedenkstätte hergerichtet. Sie hat heute besondere historische Bedeutung, da sie die Stationen des Grenzregimes zeigt: die provisorische Mauer entlang des Privatgrundstücks auf der Berliner Seite, den Streckmetallzaun und die vordere Mauer. Die Hinterlandmauer führte an der Hauskante des ehemaligen Gutskindergartens entlang. Daran wird heute durch eine Stele erinnert.

Ufer-Kultur-Weg am Groß Glienicker See

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