Es hat sich überhaupt gar nichts geändert!

Lebendiger Adventskalender am 9. Dezember im Begegnungshaus
7. Dezember 2018
Männerkochkreis
11. Dezember 2018

Es hat sich überhaupt gar nichts geändert!

„Es hat sich überhaupt gar nichts geändert!“

Regina Görgen über die Wutrede des Ortsvorstehers Winfried Sträter zum ÖPNV nach Groß Glienicke in der Stadtverordnetenversammlung

Im April dieses Jahres hatte ich den Robur Bus nach Groß Glienicke eingeladen und sehr viele Bürger waren gekommen, um ihrem Ärger über die schlechte Verbindung nach Potsdam zum Ausdruck zu bringen. Entgegen aller Versprechen wurde bisher nichts verbessert. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, dass unser Ortvorsteher in der Stadtverordnetenversammlung am 5. Dezember 2018 dieses Thema mit aller Deutlichkeit angesprochen hat.

Sträter sagte:

„Ein Jahr ist es her seit die Tram in der Norden weiterfährt und nach einem Jahr ist es an der Zeit Bilanz zu ziehen. Der Antrag, den wir jetzt für die Stadtverordnetenversammlung gestellt haben, ist ein abgespeckter Antrag, der nicht mehr fordert, dass alle Busse durchfahren, aber dass mehr Busse durchfahren. Er bezieht sich auf den Fahrplanwechsel, der schon gedruckt ist. Das heißt halt eben es gibt eine Schwierigkeit in so umzusetzen, wie wir es eigentlich wünschen.

Sie können nun sagen wir reiten hier in Groß Glienicke einen toten Gaul. Das tun wir nicht. Der Eindruck ist falsch und wenn dann sitzen sie auf dem Gaul mit drauf. Weil: die Stadtverordneten Versammlung hat im Juni dieses Jahres beschlossen, dass zwar unserem Antrag nicht gefolgt wird, dass die Brechung des Busverkehrs oder des ÖPNV am Campus Jungfernsee, dass das wieder aufgehoben wird. Aber sie haben gefordert, dass es deutliche Verbesserungen geben muss. Also die Tram muss kenntlich gemacht werden innerhalb der Stadt Potsdam, an welchen Anschlussbus komme ich. Es muss geprüft werden, ob mehr Busse – vor allem abends – wenn nur noch einstündig der Busverkehr in Richtung Groß Glienicke geht, ob mehr Busse durchfahren können. Es muss sichergestellt sein, dass ein direkter Umstieg von einem Verkehrsmittel zum anderen gewährleistet ist. Die Unterstellmöglichkeiten am Campus Jungfernsee, die sehr dürftig sind, müssen verbessert werden. Dann gab es noch ihre Forderungen, dass ein Kiosk und ein WC errichtet wird. Das ist natürlich etwas was längerfristig ist.

In diesem Jahr hat der VIP in Form der Geschäftsführung mehrfach gesagt „mea culpa“ die Sache ist nicht gut gelaufen. Wir müssen unbedingt was verbessern. Das ist gesagt worden in Groß Glienicke als der Robur Bus da gewesen ist und als wir ein Hearing gemacht haben. Wenn man jetzt am Ende dieses Jahres Bilanz zieht, dann ist sie deprimierend. Muss man wirklich sagen, weil nichts von dem was versprochen worden ist, nichts von dem was sie als Stadtverordnete sehr zu Recht vom VIP gefordert haben, wirklich umgesetzt worden ist. Nach wie vor erkennen wir nicht wenn wir in der Stadt sind, welchen Anschlussbus erreichen wir. Nach wie vor funktioniert – und ich kenne das aus eigener Erfahrung, ich bin ein notorischer Nutzer des ÖPNV und habe meine Jahresnetzkarte und fahre immer diese Strecke und weiß wovon ich rede – wenn ich umsteigen will funktioniert es fast überhaupt gar nicht. Also unmittelbar von Tür zu Tür funktioniert es fast überhaupt gar nicht. Die Unterstellmöglichkeiten sind nicht verbessert worden. Man uns signalisiert – und das wäre ja eine vernünftige Maßnahme gewesen – dass man einen durchgehenden 20 Minuten Takt macht. Im Augenblick ist es so: 20 Minuten in bestimmten Zeiten, 30 Minuten in anderen Zeiten. Wenn so eine Umstiegskiste laufen soll, dann muss sie auch getaktet sein. Die Taktung funktioniert nicht. Ich habe in den neuen Fahrplan des VIP geguckt. Es hat sich gar nichts geändert. Überhaupt gar nichts. Es wurde versprochen, dass es in Groß Glienicke – das ist dann mehr ein Trostpflaster gewesen – dass es in Groß Glienicke eine elektronische Anzeigetafel geben soll, damit man sieht, haben die Bus Verspätung oder so. Eine ist gemacht worden an der Seite in Richtung Potsdam. Der Bus der von Potsdam kommt in Richtung Spandau, da hat man sich das gespart.  Also man muss wirklich sagen, dass was versprochen worden ist, das was sie gefordert haben, ist schlicht und einfach bis heute ignoriert worden.

Ich bin nicht das Orakel von Delphi. Ich weiß jetzt nicht, wie sie darüber abstimmen, was wir hier zur Abstimmung stellen. Aber für den Fall, dass sie als Stadtverordnete unserem Antrag nicht folgen und diesen Antrag in der Form, wie er gestellt worden ist, ablehnen, bitte ich darum, dass die Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung und bitte auch den Oberbürgermeister darum, dafür Sorge zu tragen, dass tatsächlich das, was die Stadtverordnetenversammlung an Verbesserungen fordert, dass das auch umgesetzt wird und nicht am St. Nimmerleinstag.

Ich bekenne mich noch mal dazu, als Ortsvorsteher von Groß Glienicke – und es geht nicht nur um Groß Glienicke, es geht um den gesamten wachsenden Potsdamer Norden, die Fortsetzung der Tram ist ein Fortschritt, aber der Preis den wir dafür zahlen dass einem der ÖPNV durch diese Form des Umstiegs verleidet wird, der Preis ist einfach zu hoch. Sie sollten darauf achten, dass wir nicht einen so hohen Preis zahlen. Es geht hier wirklich um eine strategische Entscheidung und Entwicklung des öffentlichen Nahverkehrs im wachsenden Raum von Potsdam. Vielen Dank“

Anmerkung:

Die Stadtverordnetenversammlung beschloss nach dieser Rede, den Antrag 18/SVV/0883 in den Bauausschuss zu überweisen und den Verkehrsbetrieb dort anzuhören.
Sitzungsstream der SVV-Sitzung vom 05.12.2018

Regina Görgen (Artikel zum Herunterladen und Weiterverbreiten)

Weitere Informationen

Robur-Bus in Groß Glienicke, Regina Görgen, April 2018
Wie geht es weiter? Norbert Schatz, November 2017

Alles zum Thema Verkehr

X