OB-Kandidaten zum Thema Buslinie 638
24. September 2018
Ortsvorsteher-Bericht September 2018
24. September 2018

OB-Kandidaten zum Thema Verkehr auf der B2

VERKEHR AUF DER B2

OB-Kandidaten im Gespräch. Foto: (c) 2018, Steve Schulz

Oberbürgermeisterwahl: Antworten der Kandidatinnen und Kandidaten auf Fragen des Groß Glienicker Ortsvorstehers

Hintergrund: Die B2 ist schon jetzt stark belastet. Mit dem Bau der Siedlung Krampnitz droht ein Verkehrschaos. Die Ortsdurchfahrt der B2 ist nicht ausgebaut, es gibt keine Rad- und funktionstüchtigen Gehwege, weil die Planung zwar abgeschlossen ist, aber noch nicht die nötigen Investitionsmittel nicht in den Stadthaushalt eingestellt wurden.

Fragen:
Was muss aus Ihrer Sicht getan werden, damit die Verkehrsprobleme zwischen Groß Glienicke und der City entschärft werden?
Was halten Sie von der Idee, in staugefährdeten Bereichen Busspuren zu bauen?
Unterstützen Sie den Ausbau der B2 in der Groß Glienicker Ortslage zum nächstmöglichen Zeitpunkt?
Wie stehen Sie zum Prinzip der Verkehrsberuhigung auf der B2 innerhalb der Ortslage (Geschwindigkeitsbeschränkung, Mittelinseln, Querungshilfen am Kreisel)?

Martina Trauth (DIE LINKE):

Ich sehe den Schlüssel in einem gut funktionierenden, sinnvoll abgestimmten ÖPNV. Sowohl die Taktung der Fahrzeiten entsprechend der tatsächlichen Nutzung von Bussen und Bahnen als auch die Optimierung von Anschlüssen gehören dazu. Mehr und sicherere Fahrradabstellmöglichkeiten an Verkehrsknotenpunkten würden die bessere Erreichbarkeit des ÖPNV erleichtern.
Busspuren halte ich für ein probates Mittel, den ÖPNV zu verbessern. Das muss, gerade mit Blick auf die beiden Brücken in Neu Fahrland, hinsichtlich der Machbarkeit genau geprüft werden und kann sicher erst mittel- bzw. langfristig realisiert werden.
Die Notwendigkeit des Ausbaus, insbesondere unter dem Aspekt der Sicherheit der Radfahrer und Fußgänger, ist unbestritten. Die Möglichkeit des Ausbaus und dessen Umsetzung müsste geprüft dann mit der Haushaltsaufstellung 2020 von den Stadtverordneten beschlossen werden. Bis dahin müssen alle vorbereitenden Untersuchungen und Arbeiten weitestgehend abgeschlossen sein. Für eine zügige Inangriffnahme dieser Aufgabe würde ich mich stark machen.
Dem Prinzip der Verkehrsberuhigung stehe ich aufgeschlossen gegenüber. Dass dies auch an Bundesstraßen möglich sein kann, zeigt zum Beispiel die Stadt Baruth.

Mike Schubert (SPD):
Wenn Sie den Umstieg Bus-Bahn Jungfernsee meinen: Parallelverkehre Schiene-Bus sind wirtschaftlich nicht sinnvoll, so hart das klingt. Wichtig ist aber, dass das Umsteigen nicht unzumutbar ist. Zum Fahrplanwechsel wird das noch einmal optimiert.

Für Krampnitz setzen wir zu Recht auf den Ausbau der Straßenbahnstrecke. Aber: Wenn bis 2026 eine Tram am ehemaligen Kasernengelände hält, ist das immer noch ein ambitioniertes Ziel. Bis dahin brauchen wir Zwischenlösungen. Solange das Trambett noch nicht gebaut wird, sollte die Spur für Busse genutzt werden.

Ja, ich unterstütze das. Mit der Gesamtentwicklung im Norden wird es auch immer wichtiger, hier zu ertüchtigen. Die Planung liegt vor; jetzt muss der Ausbau in die Investitionsliste Potsdams aufgenommen werden. Es ist eine KAG-pflichtige Maßnahme, das heißt, nach jetziger Rechtslage müssten Straßenausbaubeiträge bei der Umsetzung erhoben werden. Damit braucht schon die Anhörung Zeit.

Ich bin da aufgeschlossen. Wenn die verkehrsrechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind und der Ortsbeirat das wünscht, sollte dem wenig entgegenstehen. Ortsdurchfahrten sind eben nicht nur Durchfahrten, sondern auch Lebensraum im Ort. Eine Verkehrssicherheitsbetrachtung hier ist sinnvoll. Bauliche Maßnahmen könnte man in den innerörtlichen B2-Ausbau integrieren.

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