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17. Dezember 2020

Historisches Dorfzentrum: Neuer öffentlicher Platz vor der Kirche

Aus dem Ortsvorsteherbericht von Winfried Sträter (als .pdf: 03 OV-Bericht März OBR): Die Stadt Potsdam bereitet zurzeit die Arbeiten vor, die uns vor der Kirche und dem Friedhof einen Platz bescheren werden, der das historische Dorfzentrum nachhaltig aufwerten wird. Eigentlich hatten wir gehofft, dass schon bis Ostern die Bauten abgerissen sein könnten – und die Kirche mit der Restaurierung der Friedhofsmauer beginnen kann.

Doch leider wird es so schnell nicht gehen: Das Grünflächenamt hat mit einer Fachingenieurin die Bauten inspiziert, und dabei wurde festgestellt, dass die Abrissarbeiten erheblich aufwendiger und teurer sind als geplant. Die Arbeiten müssen auf jeden Fall von einer Privatfirma durchgeführt werden. Mitsamt der notwendigen Ausschreibung wird wohl ein Großteil dieses Jahres ins Land gehen, bis es den freien Platz und den freien Blick auf die Kirche geben wird.

Aus dem Ortsvorsteherbericht von Winfried Sträter (als .pdf: 12 OV-Bericht Dezember 2020): Eine wichtige Weichenstellung hat es an der Dorfstraße vor der Kirche und dem Friedhof gegeben: Dort hat die Stadt bei einem Grundstücksverkauf ihr Vorkaufsrecht wahrgenommen. Im kommenden Frühjahr werden die Bauten abgerissen und es entsteht ein freier Platz, der den Dorfkern von Groß Glienicke aufwerten wird.

Aus dem Ortsvorsteherbericht von Winfried Sträter (als .pdf: OBR Bericht November): Wer die kommunalpolitischen Themen in Groß Glienicke verfolgt, wird immer mal wieder vom Bebauungsplan 8 gelesen haben. Für unseren Ortsteil ist er mit dem Seeufer und dem  Uferweg verbunden. Der B-Plan 8 ist die Grundlage, um den öffentlichen Uferweg zu erreichen. Doch er ordnet nicht nur die Verhältnisse entlang des Seeufers, sondern auch entlang  der Dorfstraße, der Seepromenade und rund um den Karpfenteich. Das ist der Hintergrund  für eine bedeutsame Veränderung im Zentrum unseres Ortsteils.

Vor der Kirche steht noch ein Bauensemble aus Wohnhaus und der Gaststätte Kutscherstube.  Auf dieser Fläche hat früher einmal ein kleines Bauernhaus gestanden, das bei einem Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Danach war die Fläche Grünland mit Obstbäumen, ehe sie neu bebaut wurde. Als die Fläche nun zum Verkauf stand, hat die Stadt auf  der Grundlage des B-Plans ihr Vorkaufsrecht wahrgenommen und die Fläche erworben.

Mit dem Kauf hat Potsdam für das historische Dorfzentrum eine wichtige Gestaltungsmöglichkeit geschaffen. Wer sich die gegenwärtige Situation vor Augen führt, muss feststellen,  dass Dorfstraße und Seepromenade bis zur Badewiese kaum öffentliche Räume zum Verweilen bieten. Wohnhäuser und parkende Autos prägen das Bild. Selbst das Seecenter ist mittlerweile so von Zäunen abgegrenzt, dass es sich sehr deutlich als privat bewirtschaftete Fläche  darstellt. (Hinzu kommt, dass der Parkplatz unten nicht gerade zum Verweilen einlädt.)

Vor dem Pfarrhaus und dem Evangelischen Gemeindezentrum öffnet sich der Raum, bietet  auf einer Bank unter der alten Linde auch einen Ort zum Verweilen, aber die Kirche, unser  ältestes Bauwerk, rückt durch die gegenwärtige Bebauung in den Hintergrund. Sie prägt das  Ortsbild viel weniger, als es aufgrund ihrer Bedeutung sein müsste. Besonders schmerzlich ist  dies, nachdem sie neu verputzt ist und ihre Baugeschichte sichtbar gemacht worden ist.

Die Stadt Potsdam hat bei der „Strategieplanung zur Entwicklung des ländlichen Raums“  deutlich gemacht, dass sie Wert darauf legt, in den ehemaligen Dörfern historische Ortskerne  aufzuwerten. Für Groß Glienicke sah die 2017 vorgestellte Strategieplanung Handlungsbedarf  – Zitat:  „Die Umgestaltung der gastronomischen Einrichtung in eine Parkanlage nach deren Nutzung ist sinn- voll, da somit wieder eine Sichtbeziehung zur Dorfkirche entsteht und das Gebäude, welches nicht zur  umliegenden Bebauung passt, das Ortsbild nicht mehr beeinträchtigt.“

Mit dem Kauf der Fläche ist nun die Voraussetzung geschaffen, die Kirche ins Blickfeld zu  rücken  und  eine  öffentliche  Grünfläche  bereitzustellen.  Die  „Kutscherstube“  wird  zurzeit  leergezogen, die ehemalige Pächterin startet in anderen Räumlichkeiten neu. Bis Ende März  sollen  die  Bauten  abgerissen  werden.  Danach  wird  die  Kirche  die  bisher  unzugängliche  Friedhofsmauer restaurieren müssen. Die städtische Grünflächenverwaltung hat angekündigt, dass sie dann bewusst erst mal nur Rasen säen wird. Wenn die Fläche frei ist, hat man  Zeit, Gestaltungsideen zu entwickeln. Ausgeschlossen ist allerdings, so der Leiter des Grünflächenamtes, dass dort ein Parkplatz gebaut wird. Das Ziel sei eine öffentliche Grünfläche,  die dazu einlädt, auch mal zu verweilen oder jemanden zu treffen.

Künftig wird also unser historischer Dorfkern von der Friedhofsmauer bis zur alten Schule  auf der Westseite der Dorfstraße wieder erlebbar sein. Zugleich kann man gegenüber, auf der  Ostseite, den Weg zum öffentlichen Uferweg laufen, dessen rechtliche Sicherung von hier aus  bis zum Begegnungshaus abgeschlossen ist.

Ein stadtplanerisches Problem muss allerdings noch gelöst werden: auf städtischem Gelände  zwischen alter Schule und Pfarrhaus gibt es noch Baurecht. Da Neubauten den Zusammenhang des historischen Ensembles zerstören würden, wird hier noch eine Überarbeitung des  B-Plans nötig sein.

Kirche im Jahr 2020 | Wohnungsbau im Seecenter? Die Prioritäten der Bauleitplanung

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